…Stanzen macht Lärm!

Da führt kein Weg daran vorbei. Wo ein massives Stück Werkzeugsstahl mit Schwung ein Loch in ein Blech schlägt, da entsteht unweigerlich ein Geräusch. Doch wie ist mit diesem Lärm umzugehen? Wie kann dieser Lärm reduziert werden?

Auf der Seite des Lärmverursachers, sprich der Produktion, gibt es einige Möglichkeiten die Geräuschemissionen zu verringern:

1. Anschliffe auf Stempel

Oft kommt einem in dieser Thematik als erstes der Anschliff auf dem Stempel in den Sinn. Whisper-Tools versprechen ja auch, dass Werkzeuge nur noch flüstern. Leider ist der Einfluss des Stempel-Anschliffs meist nicht effektiv genug, dass die Lärmreduktion der Stanzmaschine ein für alle Beteiligten erfahr- und akzeptierbares Ausmass annimmt. Vor allem im dicken Blech (ab 3mm) ist der Einfluss von Stempelanschliffen nicht zu vernachlässigen. Mehr zu: Stempelanschliffen

Körperschall

Aber welcher Schall ist es überhaupt, der sich in Quartieren ausbreitet und Anwohner nachts nicht mehr schlafen lässt? Natürlich, – der Körperschall. Was dieser Körperschall genau ist, das weiss Wikipedia:

Körperschall ist Schall, der sich in einem Festkörper ausbreitet. Das umfasst so unterschiedliche Phänomene wie Erschütterungen und Erdbeben, die Übertragung von Schwingungen in Gebäuden, Fahrzeugen, Maschinen usw. oder auch die zur Werkstoffprüfung eingesetzten Ultraschallwellen.

Und wo entsteht beim Stanzvorgang dieser Körperschall, der sich von Maschinen durch Gebäude in nächtliche Schlafzimmer überträgt?

2. Auftreffen des Stössels aufs Werkzeug

Trifft der Stössel aufs Werkzeug, entsteht eben dieser Körperschall, der sich über die Maschine in die Umgebung überträgt. Und hier zeigt sich auch, warum der Stempelanschliff nur einen teilweise Lösung des Problems sein kann.  Einn weiterer wichtiger Schritt in Richtung Reduktion der Lärmemission liegt also in der Reduktion der Stösselgeschwindigkeit. 

Stempelanschliffe und reduzierte Stösselgeschwindigkeit – diese beide Massnahmen können sicherlich helfen . Aber ganz verhindern lässt sich der Lärm natürlich nicht.

Was aber wenn das nicht hilft? Falls diese Massnahmen nicht ausreichen, und der nächtliche Schlaf von Anwohnern immer noch gestört ist – dann hilft nur noch eins

Der konstruktive Dialog

Natürlich, schlecht Ein- und Durchschlafen zu können ist unangenehm.
Nicht produzieren zu können aber auch!

Auf dem Werkplatz Schweiz, auf dem lukrative Aufträge und grosse Serien ein knappes Gut sind, kann es sich ein Unternehmen kaum mehr leisten, die vorhandene maschinelle Infrastruktur nicht zu benutzen. Die Automation, sprich die mannlosen Geisterschichten, helfen den Unternehmen konkurrenzfähig zu bleiben und am Markt zu bestehen.

Vielleicht ist das dem schlaflosen Anwohner so noch gar nicht bewusst.

Ein proaktiv gesuchtes, konstruktive Gespräch mit dem Gegenüber kann da sicherlich nichts schaden. Auch sollte bei dieser Gelegenheit einmal nach Möglichkeit das Schlafzimmer des Schreckens aufgesucht werden, um sich ein Bild über die tatsächliche Lärmbelastungen zu machen.

Ein derartiges Gespräch kostet nichts und hilft unter Umständen viel. Gemeinsam lässt sich vielleicht ein wichtiger in die Zukunft machen; eine Zukunft, in der die Maschinen der Schweiz nicht für immer verstummt sind.